Immer mehr Gewerbe- und Industriebetriebe senken mit einer eigenen PV-Anlage ihre Stromkosten. Für den Stromvertrieb wird es teuer, wenn er einen pauschalen Festpreis ansetzt. Denn bei Kunden mit 15-Minuten-Bilanzierung schlägt die PV-Anlage direkt auf die Beschaffungskosten durch.
2025 kostet ein Gewerbekunde mit PV den Vertrieb rund 2,3 ct/kWh mehr als ein vergleichbarer Kunde ohne PV. 2023 lag der Abstand nur bei 1,0 ct/kWh – er hat sich in zwei Jahren also mehr als verdoppelt.
Bei 50.000 kWh Jahresverbrauch sind das rund 1.150 € pro Jahr, die unbemerkt die Marge auffressen.
Warum entsteht der Effekt?
Solarstrom drückt die Börsenpreise mittags – inzwischen regelmäßig gegen null oder ins Negative. Ein PV-Kunde verbraucht genau diesen billigen Mittagsstrom selbst und kauft vom Versorger nur noch die teuren Morgen- und Abendstunden.
Warum das Thema für Stromvertriebe immer relevanter wird
- Der Unterschied in den Beschaffungskosten der Kunden im Portfolio wird mit der steigenden PV-Kannibalisierung am Strommarkt weiter zunehmen.
- Bereits heute haben 20 % der Gewerbedächer eine PV-Anlage – der Anteil wächst kontinuierlich.
- Mit dem Smart-Meter-Rollout rutschen immer mehr Kunden in die 15-Minuten-Bilanzierung; dadurch schlägt der Effekt finanziell beim Vertrieb durch. Bis Ende 2030 soll der Pflicht-Rollout einen Stand von 95 % erreicht haben.
Der Abstand hängt vom Lastprofil ab
Wie groß die Lücke zwischen PV- und Nicht-PV-Kunden ausfällt, hängt vom individuellen Lastprofil des Gewerbekunden ab. Bei den SLP-Profilen G0–G6 zeigt sich 2025 ein Abstand von 1,43 bis 2,75 ct/kWh je nach Profil.
Noch spannender ist eine Betrachtung von tatsächlichen Lastprofilen. Willst du wissen, wie sich dein Portfolio entwickelt hat?
Bei profilio berechnen wir die individuellen Beschaffungskosten deiner Kunden und erkennen direkt aus dem Verbrauch die vorhandenen Anlagen (PV, Wärmepumpe, E-Auto) und ihr Verhalten.
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